2011-2014 Zuwanderung und Religion

2011-2013: Mitarbeit am Buchprojekt der Geschichtswerkstatt Marl (Hg.): Zuwanderung in Marl. Bd.1: Zuwanderung in Politik und Siedlung. Bd.2: Zuwanderung und Religion, Klartext-Verlag, Essen 2013, 200 S. Die Einzelbände sind im Buchhandel zu bestellen (pro Band zu 14.95€ ) oder in der insel -VHS Marl gegen eine Spende für die Geschichtswerkstatt erhältlich.

Die Geschichtswerkstatt Marl, Arbeitsgemeinschaft der insel- VHS Marl, in Kooperation mit dem Heimatverein Marl, unter der Leitung des Historikers und Archivars Dr. Hans-Ulrich Berendes, fasste ihre Ausstellungsteile und weitere Recherchen in einem fast dreijährigen Arbeitsprozess in einer Buchveröffentlichung zusammen. Ich übernahm als freie Dozentin der VHS die Koordination und Redaktion des zweiten Bandes über Zuwanderung und Religion. Mit Dr. Ulrike Janowsky, Frithjof Karkhof, Dr. Juergen Krueger (verst. 2018) und Helmut Madynski verfasste ich eine Zusammenschau aller in Marl beheimateten 12 Religionsgemeinschaften. Zum Kapitel "Antireligiöse Gewalt im Dritten Reich" verfasste ich einen Beitrag zur Vertreibung der Juden am Beispiel der Familie Abrahamsohn. Zum Kapitel "Zuwanderungsgruppen nach 1945 – ausgewählte Familienporträts", stellte ich fünf Zuwanderungsgruppen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Religionen anhand von fünf Familieninterviews über zwei bis drei Generationen dar. Die Familien äußerten sich über ihre persönliche Zuwanderungsgeschichte, über das Leben in Marl, über ihre Religionsgemeinschaft und über die Bedeutung von Glauben in ihrem Leben. Da ich Geschichte als zukunftsweisend für die Gegenwart betrachte, schrieb ich ein Kapitel zur "Bedeutung des Glaubenslebens" und die "Schlussbetrachtung".

Diese lokale, doppelbändige Studie wird in Marl vielerorts als Handbuch genutzt. Sie hat zu neuen Projekten mit überregionalen Akteuren geführt, Anerkennung von Professoren der Ruhruniversität Bochum erfahren (Traugott Jähnichen/Christliche Gesellschaftslehre und Volkhard Krech/Centrum für Regionswissenschaftliche Studien) und wurde in neuen Veröffentlichungen zitiert, wie bei der städtebaulichen Betrachtung von Carsten Müller (2017): Denkmäler der Moderne und das Placemaking von Migranten, in: Wolfgang Sonne et al. (Hgg.), Welche Denkmäler? Welcher Moderne? Zum Umgang mit Bauten der 1960er und 70er Jahre, Berlin, S. 244-262. www.jovis.de

oder bei interkulturellen und interreligiösen Perspektiven von Martin Walton, Recovering Context: Parameters of Pastoral Care with Migrants, in: Daniel Schipani/Martin Waltoon/Dominiek Lootens (Hg.), Where are we? Pastoral Environments and Care for Migrants, SIPCC, Düsseldorf und Indiana/USA, 2017, S. 171-182.

Juni 2014: Lobende Erwähnung beim 6. Geschichtswettbewerb des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher:

Das historische Lesebuch der Geschichtswerkstatt Marl in zwei Bänden:Zuwanderung in Marl: Band 1 „Zuwanderung in Politik und Siedlung“ und Band 2 „Zuwanderung und Religion“ hat einen Preis im renommierten Geschichtswettbewerb des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher gewonnen. Das Motto lautete: WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume. Gefragt waren Arbeiten, die sich historisch-kritisch mit dem schillernden Begriff „Heimat“ auseinandersetzen oder sich mit den Erinnerungsorten des Ruhrgebiets beschäftigten. Insgesamt waren 326 Beiträge von 293 Geschichtsbegeisterten bei der Jury eingegangen. Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Schüler, historisch Interessierte sowie professionell Arbeitende im Wissenschafts- bzw. Medienbereich vergeben, zudem gab es Sonderpreise. Der Wettbewerb wurde mit insgesamt knapp 40.000 Euro Preisgeld dotiert.

85 Gewinner des 6. Geschichtswettbewerbs des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher stehen fest: Die große Preisverleihung fand am 27. Juni 2014 im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen statt. In der Kategorie „Besondere Erwähnungen“ wurde das Werk der Geschichtswerkstatt Marl über Zuwanderung in Marl mit Band 1 „Zuwanderung in Politik und Siedlung“ und Band 2 „Zuwanderung und Religion“, eingereicht von der Historikerin Angelika Müller, mit einer Urkunde und einem Geldpreis honoriert.

Der Laudator Jürgen Fischer-Pass, Regionalverband Ruhr (RVR), sagte: „Lobend erwähnt wird die Arbeit der Geschichtswerkstatt Marl, weil sie überzeugend den Zusammenhang von Politik und Migration erklärt: Politik nimmt Einfluss auf Ansiedlung, Bildung, Wohn ˗ und Arbeitsbedingungen sowie Teilhabemöglichkeiten.“

http://www.warwas-ruhr.de/fileadmin/user_upload/Besondere_Erwaehnungen_6_Geschichtswettbewerb.pdf Stand:07.07.2014)

Die schriftliche Jurybewertung übermittelte die Geschäftsführerin des Forum Geschichtskultur, Susanne Abeck: „Dem Geschichtskreis ist unter fachlich wissenschaftlicher Anleitung ein anspruchsvolles Lesebuch gelungen. Dazu wurden zahlreiche Quellen ausgewertet und Interviews durchgeführt. Band 2 „Zuwanderung und Religion“ ist noch besser gelungen, klarer in der Gliederung der Beiträge und stärker auf das Thema Religion und Migration fokussiert als der 1. Band „Zuwanderung und Politik“. Die Marler Migrationsgeschichte wird von dem Geschichtskreis unter verschiedenen Gesichtspunkten intensiv seit mehreren Jahren erforscht. Viele Projekte sind dazu bereits realisiert worden. Das ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit positiv anzumerken.“ forum@geschichtskultur-ruhr.de am 30.06.2014

Eine Bilderserie gibt es unter: https://www.google.de/search?q=Fotos+6.+Geschichtswettbewerb+Forum+Geschichtskultur+2014

Der Leiter des Jüdischen Museums Westfalen, Dr. Norbert Reichling, Mitglied der Vorjury, schrieb mir zum Lesebuch: "...habe mich gestern gleich festgelesen - eine faszinierende Sammlung!"

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